Armenia
Die häfig diskutierten "Jobanzeigen" in rumänischen, bulgarischen, moldavischen (usw.) Zeitungen sind in vielen Fällen der Anfang der Tragödie. Es sind Fallen der Menschenhändler - von echten Jobanzeigen nicht zu unterscheiden -, mit dem Zweck junge Frauen und Mädchen ins Ausland zu locken. Hier ist ein Beispiel einer solchen Anzeige (Quelle: IOM).
Um das Phänomen des Frauenhandels zu verstehen, wird das Problem in Westeuropa oft polarisiert zwischen den männlichen Tätern und den weiblichen Opfern. Wer aber näher mit der Problematik zu tun hat, kann bezeugen, daß weibliche Frauenhändler und sogar Zuhälterinnen alles andere als selten sind (Quelle: IOM).
Hier kann man mehr über die Frauenhandelsroute Yerevan-Dubai erfahren (Quelle: IOM).
Macedonien
Dies ist ein Interview mit einem Bordell-Besitzer in Tetovo (Macedonien), der einer der zahlreichen neureichen Zuhälter vor Ort ist, ermöglicht durch die Präsenz des KFOR-Kontingents in Mazedonien (siehe auch Fall 2). Er betont ein besseres, saubereres und wesentlich humaneres Etablissement zu betreiben, als seine Kollegen in der Stadt und betrachtet sein Unternehmen als gewöhnliches Business, das "jederman will". Er erklärt, es sei bedauerlich, daß er Mädchen zur Prostitution zwingen muß, aber hebt hervor, daß sie es bei ihm auf jeden Fall besser haben, als woanders (Quelle: Inge Bell Archiv).
Dies ist ein Interview mit "Katarina", einer klassischen "Mama-san" (oder "Bordellmutter"), die für den Chef-Zuhälter in Tetovo (Nord-Mazedonien, nahe der Grenze zum Kosovo) ein Bordell leitet. Ein befremdliches, engstirniges Bekenntnis, in dem sie stets die bessere Situation in ihrem "Haus" betont, verglichen mit den anderen. Als Querverweis kannst Du das Interview mit Lena lesen, die in diesem Bordell festgehalten und zur Hure gemacht wurde. Die durchaus richtige Aussage, daß dieses Etablissement tatsächlich ein höheres Niveau als die meisten anderen in der Stadt hat (wenn's auch nur eine weitere Falle für minderjährige Mädchen ist), läßt eine gewiße Vorstellung zu über die Hölle, die sich an diesen Orten abspielt (Quelle: Inge Bell Archiv).
Der nachfolgende Text ist die Transkription eines Dialogs in der Rezeption des Motels EMKA in Tetovo (Macedonia), gemacht von zwei Männern, die sich bereiterklärten "verwanzt" hineinzugehen, um nach Mädchen zu fragen. In diesem Motel arbeiten auch verschleppte minderjährige Mädchen. Der Portier behandelt die Nachfrage nach explizit Minderjährigen vorsichtig, willigt aber schließlich ein, eine zu besorgen (Quelle: Inge Bell Archiv).